1 Jahr Barfusslaufen in Vibram FiveFingers – Teil 3

Also, ich hatte ja versprochen etwas über das Laufen komplett ohne Schuhe zu sagen. Zufälligerweise hatte ich diese Woche etwas Spass damit. Es gab wunderschönes Wetter in der ersten Januarwoche. Der warme Südwind hatte den Schnee schmelzen lassen nach einer langen Kältephase, und die Luft fühlte sich weich und warm an, während die Strassen noch kalt und etwas nass waren. Ich bin über den Mittag laufen gewesen. Es war schon eine ganze Weile seit meinem letzten Lauf, über die Festtage. Als ich so in meinen VFF lief, merkte ich, dass ich nicht gut in Form war. In meinen Schritten traf ich den Boden mit einer Vorwärtsbewegung, die also Energie verbrauchte und die Haut aufrieb. Ich versuchte, meinen Stil anzpassen und mehr nach hinten zu ziehen, fand aber nicht das richtige Gleichgewicht.

Dann hielt ich kurz an, zog meine Schuhe aus (Socken habe ich sowieso nie an) und lief barfuss weiter. Ich hatte das schonmal versucht, als meine Füsse noch in besserem Training waren, letzten Sommer. Ich konnte sofort viel besser fühlen, wie meine Füsse auf dem Boden aufkamen und konnte den Energieverlust vom Bremsen und Beschleunigen des Fusses gleich reduzieren. Mein Körper kam wieder ins Gleichgewicht und ich konnte dieselbe Geschwindikeit wie vorher (mit Schuhen) erreichen, aber leichter und effizienter.

Tip 7: Zieht ab uns zu eure Schuhe im Training aus, besonders auf glattem Asphalt. Es tut nicht weh. Prüft die Geschwindigkeit des Fusses gegenüber des Bodens beim Aufsetzen. Bremst er? Kratzt er nach Hinten? Rotiert er seitlich? Probiert verschiedene Varianten auf und beobachtet, welche am besten für euch funktioniert.

Das ist vergleichbar mit der „Total Immersion“ Methode (http://www.totalimmersion.net), die ich beim Schwimmtraining verwende. Dort lernt man auch Übungen, mit denen man prüfen und sicherstellen kann, dass man im Gleichgewicht ist. Beim Barfusslaufen trainiert man dabei auch den Aufbau der festen Lederhaut, den man bei längeren oder schnelleren Läufen gut gebrauchen kann. Ich muss zugeben, dass ich dieses Mal das Training mit ein paar Blasen abgeschlossen habe, aber auch nur, weil es so viel Spass gemacht hat, dass ich am Ende noch ein paar Sprints ausprobiert habe.

Wenn ihr besonders vorsichtig mit euren Füssen umgehen wollte, weil ihr z.B. einen besonders langen oder harten/schnellen Lauf vor euch habt, dann kann es hilfreich sein, mit Leukotape die Füsse zu tapen, also ca. 3 Schichten um die Fussballen zu wickeln. Ich würde das aber unter normalen Bedingungen nicht empfehlen, da die Stimulation des Gewebes wichtig ist, um den Aufbau der Sehnen, Bänder und er Haut zu unterstützen.

Tipp 8: Verwendet Tape (Leukotape) bei besonders harten/langen Läufen, aber lauft lieber ohne Socken und Tape im Training.

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